Schulprofil - Trainingsraum-Konzept


Konzept „ Trainingsraum“ (TR)

 

Vorüberlegung

Die zunehmenden Unterrichtsstörungen sind eine große Belastung für das Unterrichtsklima, für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Durch die häufigen Störungen verliert der Unterricht an Schwung, Tiefe und Qualität. Es kommt zu einem „Stopp-and-go“-Unterrichtsgeschehen und damit leidet die Effektivität des Unterrichts. Lehrer/-innen stehen vor dem Dilemma, gegebenenfalls drastisch zu reglementieren und immer wieder den Unterricht für notwendige pädagogische Maßnahmen unterbrechen zu müssen. Oftmals zeigen diese Maßnahmen bei einer nicht unwesentlichen Anzahl von Kindern nicht den gewünschten Erfolg. Dieser Entwicklung, besonders in den letzten zwei Jahren, wollen wir mit dem „sozialen Trainingsraum“ begegnen.

 

Ziele

1. Das erste und wesentlichste Ziel des Programms besteht darin, einen entspannten, ungestörten und qualitativ guten Unterricht zu gewährleisten.

 

2. Das zweite Ziel des Programms besteht darin, häufig störenden Schüler/innen Hilfen anzubieten, die darauf ausgerichtet sind, dass sie ihr Sozialverhalten verbessern und die notwendigen sozialen Schlüsselqualifikationen erwerben. Da es nicht in der Macht der Lehrer/innen liegt zu bestimmen, ob ein verhaltensschwieriger Schüler diese Hilfen auch annehmen möchte, kann ein Fortschritt in diesem Bereich nicht in jedem Einzelfall erwartet und garantiert werden. Die Schule kann aber mit dem Programm den lernbereiten Schüler/innen einen entspannteren und weniger oft und stark gestörten Unterricht garantieren. Davon profitieren nicht zuletzt auch die Lehrer/innen selber.

 

Die Methode

Die Methode basiert auf drei Grundregeln:

 

- Jeder Schüler hat das Recht ungestört zu lernen.

- Jeder Lehrer hat das Recht ungestört zu unterrichten.

- Jeder muss immer die Rechte der Anderen respektieren.

 

Wenn ein Schüler in der Klasse den Unterricht stört, wird er respektvoll ermahnt und gefragt, ob er sich an die Regeln halten möchte, oder ob er in den Trainingsraum gehen möchte. Wenn der Schüler nicht einlenkt, dann wird er von der Lehrkraft in den Trainingsraum geschickt. Wichtig bei diesem Prozess ist, dass dem Schüler seine Situation deutlich gemacht wird und er in seiner Verantwortung für sich als Handelnder, der den Fortgang der Situation bestimmen kann, entscheidet, was passieren soll. Im Trainingsraum wird das Fehlverhalten des Schüler besprochen.

 

Personelle Besetzung

Grundsätzlich sollte nur besonders geschultes Personal im Trainingsraum arbeiten. Nur so lässt sich Ziel 2 (häufig störenden Schülern/Schülerinnen Hilfen anbieten) erreichen. Dies soll langfristig durch schulinterne Fortbildung/Einweisung in die Methode sichergestellt werden.

Da unsere Schule kein spezielles Stundenkontingent für das Konzept zur Verfügung hat und die uns zugewiesenen Lehrerstunden den Pflichtunterricht abdecken müssen, sind wir gezwungen, die personelle Besetzung aus „Bordmitteln“ zu organisieren. Das bedeutet, dass die Besetzung des TRs nur bei einer guten Unterrichtsversorgung erfolgen kann und dann  durch Lehrkräfte und unseren pädagogischen Mitarbeiterinnen erfolgen wird.

Zeitlicher Umfang

Störungen vor der ersten großen Pause sind selten, so dass erfahrungsgemäß hier keine Probleme auftreten und somit keine Besetzung des Trainingsraums erforderlich ist . Nach den großen Pausen, also zu Beginn der 3. und 5. Stunde, besteht verstärkter „Gesprächsbedarf“, da die in den Pausen entstandenen Konflikte aufgearbeitet werden müssen. Somit ergibt sich eine tägliche „Trainingsraumbereitschaft“ vorrangig in der 3. und 5. Stunde.

 

Raum

Wir haben an unserer Schule keinen Raum, der in der Schulwoche verlässlich frei ist, so dass die Bücherei die einzige Alternative darstellt. Die Räumlichkeit wird im „Trainingsraumplan“ mit festgehalten, damit jederzeit Klarheit besteht, wo es hingeht.

 

Information der Schüler/innen und deren Eltern

Zu Beginn des Schuljahres (Schulhalbjahres) werden alle Schüler mit den Regeln und ihrer Bedeutung vertraut gemacht werden. Im Klassengespräch wird die Notwendigkeit der einzelnen Regeln für einen ungestörten und erfolgreichen Unterricht besprochen. In jedem Unterrichtsraum der Schule werden die Grundregeln sichtbar angebracht. Die Erziehungsberechtigten werden über ein Informationsschreiben und die zu Schuljahresbeginn stattfindenden Elternabende über das TR-Programm informiert.

 

Konsequenzen

Während der ersten drei Besuche des Trainingsraumes (innerhalb des Schulhalbjahres) erfolgen noch keine Konsequenzen. Die Besuchshäufigkeit wird in einem Klassenbuch dokumentiert. Beim 4. Mal wird von der Klassenlehrkraft mit den Eltern ein Gespräch geführt (zuerst auch telefonisch) Sollten die Probleme mit dem Kind im Fachunterricht aufgetreten sein, ist die Teilnahme der entsprechenden Lehrkraft an dem Elterngespräch sinnvoll. Nach weiteren Besuchen durch das gleiche Kind führt die Schulleitung ein Gespräch mit den Eltern und beruft eventuell eine Klassenkonferenz ein, die dann über Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen berät. Den Zeitpunkt der Rückführung in die Klasse entscheidet die Trainingsraum(lehr)kraft. Dies ist immer dann sinnvoll, wenn das Kind Einsicht in sein Fehlverhalten zeigt und eine Beruhigung der Situation zu erwarten ist.